Die Gründung der Max-Zöllner-Stiftung

Auszüge aus den Rathauskurier, Amtsblatt der Stadt Weimar Nr. 10



Einen „historischen Augenblick“ nannte es Oberbürgermeister Dr. Volkmar Germer, als am 18. Mai 2004 im vollbesetzten Rathaussaal die Anwesenden zur Gründung der Max-Zöllner-Stiftung begrüßte. Für die Vertreter der vier Verbände von Sinnesbehinderten wurde an diesem Tag gar aus „Träumen ... Wirklichkeit“. Ein wichtiges Ziel, für das sie sich jahrelang eingesetzt hatten, ist erreicht.

Der Ökonom Max Zöllner hatte in seinem Testament vom 4. April 1895 „die Großherzogliche Blinden- und Taubstummen-Anstalt zu Weimar“ als Universalerbin eingesetzt und damit seinen Willen zur Förderung von Blinden und Taubstummen in Weimar bekundet. Nach einem wechselvollen Schicksal wird diese Stiftung nun als thüringenweite Stiftung für Sinnesbehinderte neu gegründet. Den Weg dazu hatte der Weimarer Stadtrat bereits am 25. Juni 2003 frei gemacht, als die Erneuerung der Stiftung als rechtskräftige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Weimar beschloss. Am 2. März 2004 folgte die Anerkennung durch das Thüringer Innenministerium. Mit der Ernennung der neun Stiftungsratsmitglieder am 18. März 2004, zu denen Vertreter des Landes (2), der Stadt Weimar (3) und der Verbände (4) gehören, sowie der demnächst folgenden Wahl des Vorstands ist die Stiftung rechts- und arbeitsfähig.

Über den eigentlichen Vater der Stiftung, den Ökonomen und Stadtgutsbesitzer Max Zöllner (1847-1896), ist nur wenig bekannt. ... Wir wissen nur, dass ihn die Anfänge der Blindenführsorge in Weimar so beeindruckt haben, dass er sein nicht unerhebliches Vermögen dafür einsetzen wollte. Vermutlich kannte er Carl Oelwein, der die um 1820 von Christian Vollrath gegründete private Anstalt für blinde und gehörlose Kinder bis 1888 leitete. 1894 entstand der „Verein zur Förderung erwachsener Blinder“ im Großherzogstum Sachsen-Weimar-Eisenach, der mit den Stiftungsmitteln eine Blindenwerkstatt ... errichtete. Die Blindenschule fand dort keinen Platz und kehrte erst 1950 auf Betreiben Ernst Leißlings von Gotha nach Weimar zurück.

Die heutige Diesterwegschule, eine Ganztagsfördereinrichtung mit dem Förderschwerpunkt Sehen, befindet sich in der Schwabestraße und in dem 1979 bezogenen Neubau in der Windmühlenstraße. Große Traditionen, an denen jetzt anzuknüpfen gilt. Mit einem Kapitalbetrag von 2,3 Millionen Euro sowie Grund- und Mobiliarvermögen, das die Stadt Weimar in die Stiftung einbringt, ist dafür eine Grundlage geschaffen. ... Die Zöllnerstiftung hat sich neben der Alltagsarbeit ein strategisches Ziel gesetzt: die Gründung eines thüringer Zentrums für Sinnesbehinderte in Weimar ...

Weitere Informationen zur Geschichte der Blindenbildung


Auf dem Foto von Maik Schuck sind Grundschüler der Diesterwegschule in der Schwabestraße zu sehen, deren Gebäude zur Max-Zöllner-Stiftung gehören.